VLAD III TEPES


schickes Hütchen...
Vlad Draculea (1431 - 1476/77)

Auch als Vlad Draculea bekannt. Draculea bedeutete ursprünglich "Sohn des Drachen".
Geboren wurde Vlad in Sighisoara in Siebenbürgen, als zweiter Sohn von Vlad II Dracul. Erzogen wurde er hauptsächlich von seiner Mutter, einer Transylvanischen Adeligen. In den Kriegskünsten unterwies ihn ein älterer Graf, ein Freund der Familie.
In seiner Jugend, wahrscheinlich sogar bei seiner ersten Schlacht überhaupt, gerät Draculea zusammen mit seinem jüngeren Bruder Radu in die Gefangenschaft der Türken und verbringt mehrere Jahre als Geisel am Hofe Sultan Mehemets II in Istanbul. Für Mehemet waren die beiden Söhne eines lokalen Prinzen natürlich wertvolle Geiseln. Von der Gefangennahme seiner Söhne hörend, hatte Dracul mehrmals ohne Erfolg versucht über ihre Freilassung zu verhandeln. Dabei wurde er dann schließlich von Ungarns König Johann Hunyadi verraten, der ihn und seinen ältesten Sohn Mircea von bezahlten Killern ermorden lies.

Sultan Mehemet versuchte derweil Radu und Draculea zum Islamischen Glauben zu konvertieren und sie so zu alliierten zu machen, mit deren Hilfe er die Wallachei regieren konnte. Radu hatte er schnell überzeugt, Draculea hingegen war sturer (Es wird behauptet, Vlads spätere Brutalität sei auf seine Gefangenschaft zurück zu führen "...pfählen lehrten sie mich... gepfählt wurden sie"). Als aber auch er nachgab, widmete sich der Sultan wieder seinem eigentlichen Plan, der Inbesitznahme der Wallachei. Draculea und Radu zogen 1448 in die walachische Hauptstadt ein, wo Draculea dann das erste mal Woiwode wurde. Er wollte jedoch keine Marionette Mehemets sein und so floh er kurze Zeit darauf nach Moldavien, wo er mit seinem Cousin Prinz Stefan Lazarevic eine Zeit lang verweilte. Dann zog er weiter nach Siebenbürgen und stellte sich unter den Schutz der Ungarn. Mit Unterstützung Johann Hunyadis, dem selben Mann der Jahre zuvor seinen Vater und seinen Bruder verraten und in den Tod geschickt hatte, kämpfte er gegen den gemeinsamen Feind den Sultan. Nachdem er seinen Bruder Radu aus der Wallachei vertrieben hatte, besteigt er 1456 als Vlad III erneut den walachischen Fürstenthron. Draculea war gewillt gewesen, Hunyadis Vergehen zur Vergangenheit zu legen, um gegen den gemeinsamen Feind den Sultan zu kämpfen und endlich rechtmäßiger Prinz der Wallachei zu werden.

Rumänien war im 15. Jahrhundert aus einigen kleineren Staaten gegründet worden und jeder dieser kleinen Staaten hatte einen eigenen Herrscher. Und Vlad Tepes war Woiwode (Kriegsherr bzw. Fürst) der Wallachei (Tara Româneascã, jetzt Südrumänien) gewesen, nicht aber Herr über Transylvanien wie es oft zu hören ist. Die Wallachei liegt südlich von Transylvanien.

Vlad Draculea war ein sehr strenger Herrscher. Er führte härtere Bestrafungen ein, auch für noch so kleine Vergehen. Zu dieser Zeit wurden Leute sehr schnell und ohne Gnade gehängt. Aber es wurde nicht nur gehängt, Menschen wurden mit glühenden Eisen gefoltert, im heißen Wasser gekocht, gehäutet, skalpiert, verstümmelt oder gepfählt, was Vlad den Beinamen "Tepes" (Tepes -  Pfähler) einbrachte. Die von ihm verurteilten und dann gepfählten Menschen wurden an Straßen aufgestellt, so das jeder Reisende das Maß der Bestrafung sehen konnte, das Vlad Draculea einsetzte. Eine weitere Methode die Draculea besonders bei mehreren Gefangenen bevorzugte war, sie über Klippen zu treiben und unten von langen Spießen aufspießen zu lassen.

Besonders grausam ging Draculea gegen Kaufleute der siebenbürgischen Sachsenstädte vor, und ließ hunderte von ihnen verbrennen oder pfählen. Auf die gleich Weise ging er auch gegen anderen Untertanen vor, gegen Zigeuner, Bettler, Aussätzige und unbotmäßige Bauern und Stadtbewohner. Ob die vielen Übergriffe auf Dörfer, deren Bewohner deutsche Vorfahren hatten, zufällige Wahl war oder einen Hintergrund hatte, ist nicht mehr bekannt. Dies ist aber der Grund dafür, das die meisten erhaltenen Dokumente dieser Zeit Propaganda Schriften und Bilder aus Deutschland sind.

Seine brutalen Foltermethoden waren ein weiterer Beweis für einige, das Draculea "teuflische Gepflogenheiten" hatte. Im rumänischen bedeutete das Wort "Dracul" Drache aber auch Teufel. Zu Beginn wurde sein Name noch mit "Sohn des Drachen" übersetzt, aber je grausamer er wurde, umso mehr bezog sich Dracul auf Teufel und man übersetzte seinen Namen nun eher mit "Teufels-gleich". Wie sein Vater benutze Vlad den Namen Dracul(e)a, wobei er ihn mehr verdient hatte, als sein Vater, der  weniger "teuflische" Taten verrichtet hatte. Das von Draculea auch als Vampir berichtet wurde, kann vielleicht daher rühren, das in manchen Sprachen die Wörter "Teufel" und "Vampir" sehr ähnlich sind. Und auch sein leeres Grab verleitet natürlich zu solchen Vermutungen.

Draculea werden "teuflische Gepflogenheiten" angehängt, wie zum Beispiel das trinken des Blutes seiner Feinde. Dies tat er, um bei seinen Feinden größeren Respekt zu erlangen und Angst zu schüren. Es war aber nicht unbedingt ungewöhnlich zu diesen Zeiten, das der Sieger das Blut seiner Feinde trank. Ob Draculea es manchmal vielleicht etwas übertrieben hat oder ob diese Geschichten vielleicht doch gänzlich erfunden sind, ist heute leider nicht mehr genau nachvollziehbar. Die Wahrheit zur Legende liegt im verborgenen..... Was ich von meinem Standpunkt aus absolut nicht für wahr halte ist, das Draculea im Blut seiner Feinde gebadet haben soll, weil er sich erhofft haben soll, seinen Körper länger jung zu halten.

Einige Anekdoten die sich zugetragen haben sollen...

Nach etwa 8 Jahren, gegen Ende seiner Herrschaft, kam es zu Spannungen mit Ungarn, was die Türken unter ihrem neuen Sultan Suleiman II ausnutzten und in die Walachei einfielen. Draculea erkannte deren Überlegenheit und versuchte, durch einen Überraschungsangriff mit einer kleinen Einheit, in das Lager des Sultans einzudringen und diesen zu töten. Es sollte die Männer des Sultans demoralisieren. Dies misslang jedoch, der Sultan wurde nur leicht verletzt. Draculea und seine Männer entkamen aber ohne Verluste. Draculea plante nun seine Flucht, seine Frau die nicht an den Erfolg einer Flucht glaubte, stürzte sich von den Klippen in den Fluß Argus, der von nun an auch "Fluss der Prinzessin" genannt wurde. Eine weitere Tragödie für Vlad ereignete sich bei der Flucht zu Pferde selbst. Verfolgt von den Männern des Sultans, lies einer von Draculeas Begleitern dessen Sohn fallen, den er in den Armen hielt. Die Verfolger waren ihnen zu Nahe auf den Fersen und so mußte man ihn zurück lassen. So hatte Draculea in kurzer Zeit seine Familie und sein Heim verloren. Die Türken die dann in Tirgoviste eintrafen wurden von den auf Pfählen gesteckten Köpfen ihrer Spione und der brennenden Stadt Tirgoviste begrüßt. Was sie aber nicht dran hinderte, die Stadt trotzdem zu plündern. Nach einigen Tagen brachen unter den türkischen Soldaten die schwarzen Pocken aus und so waren sie gezwungen Tirgoviste und die Walachei wieder zu verlassen.

1462 suchte Draculea Schutz bei ungarischen König Matthias Hunyadi, genannt Corvinius, der nach Johann Hunyadis Tod, den Thron Ungarns bestiegen hatte. Dieser hielt ihn für einen Spion der Türken und warf ihn erst einmal in den Kerker. Während dieser Zeit fiel er Corvinius Schwester Ilona auf und mit deren Hilfe wurde er dann aus dem Kerker geholt. Er wurde teilweise begnadigt und heiratete Ilona, die ihm einen zweiten Sohn gebar. Teilweise begnadigt hieß, das er die Stadt nicht verlassen durfte, sich innerhalb ihrer Mauern jedoch frei bewegen konnte und in einem großen Haus ein angenehmes Leben führen konnte. Es wird erzählt, das er sogar während seiner Gefangenschaft nicht von seinen grausamen Machenschaften ablassen konnte. Anstelle von Menschen fing er sich Vögel und köpfte diese, teerte und federte sie oder pfählte sie auf winzigen Spießen.

Nachdem er Corvinus´ Vertrauen wieder erlangt hatte, zog er 1475 im Verband mit Ungarn und Moldauern gegen die Türken zu Felde. Nach Radus Tod einige Jahre zuvor, war Basarab der Alte, ein Mitglied des Danesti Clans, Woiwode geworden. Bei Draculeas Einmarsch flohen er uns seine Leute. 1476 erfolgte seine Wiedereinsetzung als Woiwode der Wallachei, doch sie wurde als Provokation erachtet. In einem Bericht steht, das kurz nachdem er den Thron wieder bestiegen hatte, ein Bauer zu ihm kam und ihm seinen bei der Flucht verlorenen Sohn wieder brachte. Ich halte dies aber für unwahr. Kurz nach der Thronbesteigung, bevor Draculea überhaupt Zeit hatte, sich eine Armee aufzubauen, kamen die Türken, unterstützt von einigen Adeligen aus Transylvanien zurück, um Basarab erneut auf den Thron zu bringen. Draculeas Grausamkeiten hatten die transylvanischen Adeligen auf die Seite der Türken gebracht, sie wollten lieber unter Basarab als Prinz leben als unter Draculea.

Ob er im Kampf gegen die Türken fiel, von einem gedungenem Mörder geköpft wurde, oder kurz vor dem Sieg in der Schlacht durch einen unglücklichen Hieb eines seiner eigenen Männer umkam, weiß man nicht genau. Sein Körper wurde im Kloster Snagov unweit von Bukarest beigesetzt, sein Kopf von den Türken abgeschlagen und in Honig konserviert, an den Sultan übersandt.

Vlad Tepes Untaten wurden schon zu seinen Lebzeiten in Liedern und Flugschriften geschildert. Während er in Rumänischen und Russischen Überlieferungen als grausamer, aber gerechter Herrscher beschrieben wird, erscheint er in den ab 1462 verbreiteten Deutschen Handschriften und Drucken als blutrünstiger Schlächter, der sich an den Qualen seiner Opfer weidet. Das <<der wilde Wüterich genannt Dracole>> Blut trank, ist nirgends belegt; daß er viel Blut vergoß und eines gewaltsamen Todes starb, ist unbestritten. Seine letztendliche Unsterblichkeit verdankt Vlad Tepes doch vor allem Bram Stoker, der ihn 4 Jahrhunderte nach seinem Tod als die Romanfigur Dracula wieder auferstehen lies.

In Jahre 1931 wird Vlads Gruft in Snagov geöffnet, von seinen Überesten jedoch findet sich keine Spur. Für manche erneut ein Beweis dafür, das Vlad ein Wiedergänger ist. Einige von ihnen meinen weiter, er halte sich irgendwo in Rumänien versteckt und werde wieder hervorkommen und sein Land verteidigen, wenn Rumänien ihn braucht.

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