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Satanismus

Der Satanismus basiert NICHT mehr auf dem christlichen Weltbild!

Eine Weile mag sich der Satanist auf das christliche Weltbild stützen, aber dann kommt er durch Recherche, Hinterfragen, Anzweifeln und Forschen dahinter, dass es das gesamte Christentum als solches überhaupt nicht gibt: Es ist nichts weiteres als eine Sammlung bereits vorher gängiger, antiker Mythen, Philosophien und Religionen. Was die Juden und Christen "Satan" nennen, also eine widergöttliche, starre Ordnung und Gesetze verneinende Komponente, gibt es in den meisten anderen Weltanschauungen ebenfalls. Satanisten befassen sich daher mit den Widersachern aller Religionen und darüber hinaus auch mit allen Natur und Urreligionen wie der Nordisch/Germanischen Mythologie.

Demzufolge gilt: 

Satan wird nicht als bocksfüßige, gehörnte Gestalt verstanden
sondern als Figur des Wiederstandes gegen die Religionen die nur zum Ausbeuten der Menschheit dienen!  

Im Satanismus wird das "Eigene Ich" geheiligt und ausgelebt, Bedürfnisse befriedigt und nach dem wirklichen Willen gelebt. Gesetze, Dogmen, Moralvorstellungen u.v.m. werden im Satanismus nicht als Schranke für das Ich, die Befriedigung, den Genuss und den eigenen Willen akzeptiert, sondern kurzerhand verworfen.

Die verschiedenen Formen des Satanismus

Satanismus ist heutzutage in eine Vielzahl von Gruppierungen, Lehren und Praktiken einzuordnen.
Diese können sich sehr wohl ähneln, aber teilweise auch stark von einander abweichen.

I. Der historische Satanismus
Der historische Satanismus sieht Satan als Gegenspieler Gottes. Er bezieht sich auf die Kirche, indem er ihre Riten unter umgekehrten Vorzeichen nachahmt und die verwandelte Hostie ab Gegenstand negativer Zeremonien wie Schändung und Blasphemie benutzt. Die Hostie beispielsweise wird geschändet, indem sie in Tierblut getaucht und verspeist wird. Mit dieser Handlung soll Gott verspottet werden. Diese Art ist ohne die römisch-katholische Liturgie nicht vorstellbar. Bei der "schwarzen Messe" stand die christliche "weisse" Messe Pate. Die Sakramenteslehre und das Ritual des Gottesdienstes der römisch-katholischen Kirche finden sich in pervertierter Form in dieser "schwarzen Messe" wieder.

II. Der rituelle Satanismus
Der rituelle Satanismus bildet Kirchen und Orden. Wobei hier die christliche Kirche nicht mehr der direkte/tatsächliche Gegner ist. Seine Rituale und Geheimlehren bilden den Kern des modernen Satanismus. Zu dieser Gruppe zählen unter anderem die CoS (Church of Satan) etc.

III. Der ambulante oder latente Satanismus
Der ambulante oder latente Satanismus ist eine Form, die meist nur kurzzeitig vorhanden ist. Dieser Satanismus entsteht mehrheitlich auf Parties, bei spontanen Satansfeiern aber auch bei bestimmten "Ritual" Morden. Es ist gewissermassen eine Freizeitbeschäftigung, aber eben eher als Modeerscheinung zu sehen. Hier stehen Neugier und die Suche nach etwas Spannendem im Vordergrund, gewissermassen der Nervenkitzel. In der Regel verfügen die "Anhänger" dieser Form nicht über ein tiefgründiges Wissen über Satanismus und Okkultismus. Sie feiern Parties auf Friedhöfen, üben sich in Gläserrücken etc. Allerdings haben ihre Rituale keinen magischen oder historischen Hintergrund, vielmehr haben sie das aus irgendwelchen Geschichten oder Filmen. Das Ganze verleiht diesen Jugendlichen in der Regel ein Gefühl der Mystik und des Verbotenen. Auch bestimmte Formen der "satanistischen Sexualität", die oft selbsterfunden sind und dem erhöhten Lustgewinn dienen sollen, gehören in diesen Bereich des Satanismus.

IV. Der kulturelle Satanismus
Der Kulturelle Satanismus umfasst alle eher öffentlichen Formen des Satanismus, die zum Teil als künstlerisch ausgedrückter Protest verstanden werden. Hat aber eigentlich nichts mehr mit dem Satanismus an und für sich zu tun. Hierbei wird Provokation und Konfrontation bewusst angestrebt oder in Kauf genommen. In diese Kategorie des Satanismus fällt auch die Anrufung bzw. Huldigung des Bösen im Rahmen des sogenannten Black-Metals etc. Weitere Beispiele sind Künstler wie der Wiener Aktionskünstler und "satanistische Hohepriester" Josef Dvorak, die auf der Bühne Satans-Happenings veranstalten, ebenso wie etliche Filme - angefangen mit "Rosemary's Baby" von Roman Polanski über "Der Exorzist" oder "Das Omen".

V. Der Wahn Satanismus
Oder auch "Lügenformen" des Satanismus. Dabei beschränkt sich der Wahnsatanismus auf Berichte von angeblichen Ritualverbrechen und/oder auch um behauptete Phantasieformen des Satanismus. Diese Form nimmt die Berichte der Medien als "Grundstein/ Grundlage". Sie verunsichern lediglich die grosse Masse und prägen landläufig ein falsches Bild der Satanisten sprich dem Satanismus. Dadurch entstehen oft falsche Reaktionen dieser Thematik gegenüber. Dazu gehören z.B. angebliche Enthüllungsbücher über Satanismus, so z.B. das Buch von ES. Banol, Die okkulte Seite des Rock. Derartige Bücher tragen in erheblicher Weise dazu bei, Leser durch aufgebauschte Fehlinformationen zum Thema Satanismus zu verunsichern. Nach dem Lesen wittert man leicht hinter jedem Rockmusiker einen Satansanhänger. Aus derartigem Wahnsatanismus entsteht rasch jene Einstellung, die zur Denunziation alles dessen führt, was einem verdächtig vorkommt.. Das führt dazu, dass Einzelne oder Gruppen in die Ecke des Satans geschoben und "verteufelt" werden. Der Schritt zur "Hexenverfolgung" moderner Prägung ist nur noch klein.

VI. Der philosophische Satanismus
Der philosophische Satanismus teilt mit den anderen Untergruppen zwar die Lehrsätze, doch unterscheidet er sich von den anderen in dem Punkt, dass er von seinen "Anhängern" also Philosophie/ Lebensphilosophie betrachtet und ausgelebt wird. Bei dieser Form des Satanismus werden auch keinerlei okkulte Rituale durchgeführt. In dieser Form wird auch in keinen Fall an eine Existenz Übernatürlicher Wesen (Gott, Teufel, Dämonen usw.) geglaubt bzw. werden diese als Erfindung von Menschen Abgetan. Hier geht es nur um die persönliche Einstellung zum Leben und der eigenen Lebensphilosophie. Grundsätze sind "Tu was du willst" und "Sei dein eigener Gott". Zu einem der berühmtesten Anhänger dieser Art kann wohl der Philosoph Nietzsche Aufgeführt werden.



Der Sinn des Satanismus:

"Wozu das alles? Muss es denn für alles eine Gegenreligion geben?"

Früher war der Satanismus eine Gegenreligion zum Christentum. Der heutige Satanismus ist das nicht mehr. Es gibt zwar viele Gruppierungen, doch ist wahrscheinlich der laveyische Satanismus der verbreitetste. LaVeys Satanismus ist eine Glaubensstruktur, die auf seiner Satanic Bibel basiert. Es ist der Glaube an einen Selbst anstatt eine höhere Energie. Das Ganze ist ein personifiziertes Konzept, das sich individuell anpassen lässt. Das hat also nichts mehr mit einer Gegenreligion zu tun. Auch wird der Teufel nicht angebetet. Die heutigen Satanisten glauben weder an Gott noch an Satan. Sie personifizieren ihn höchstenfalls bei Ritualen, aber auch nicht mehr. Weiter wird Satan auch als die Naturkraft betrachtet, aber keinesfalls als irgendein höheres Wesen. Die heutigen Satanisten finden Religionen für überflüssig und die einen verachten Religionen sogar zu tiefst. Die Bezeichnung Satanismus dient nur als Opposition zu den Religionen dieser Welt. Man braucht auch kein Mitglied einer satanistischen Gruppierung zu sein, um sich Satanist zu nennen.

„Man handelt nach seinem Gewissen, und dafür muss man sich nicht als Satanist bezeichnen! Warum nicht einfach Atheist?“

Das ist an und für sich richtig, aber durch die bereits genannte Opposition, entsteht auch ein Unterschied zwischen Atheisten und Satanisten. Selbst der philosophische Satanismus basiert bis zu einem gewissen Grad auf den Grundregeln und Grundsätzen LaVeys inklusive auf dem Satz „tu was du willst“. Wobei sich dies individuell unterscheidet, da nicht alle die selben Grundsätze und –regeln für sich übernehmen. Atheisten hingegen, haben keine solche Grundbasis und sie sind auch keine Opposition den Religionen gegenüber. Das ist der Unterschied!

„Aus der Kirche austreten, andere in Ruhe lassen und fertig! Die einen meinen nun, sie müssten jene von ihrer Weltanschauung überzeugen, aber warum? Lasst sie in Ruhe und sie tun es auch!“

Die meisten Satanisten lassen die anderen in der Regel auch in Ruhe, solange sie in Ruhe gelassen werden. Es geht nicht darum, andere von ihrem Glauben abzubringen. Aber viele Satanisten diskutieren gerne mit Menschen, die einer Religion angehören und mit ihnen über Gott und die Welt reden wollen. Dabei wird Argumentiert. Manchmal bringt man damit die Menschen zum Nachdenken, manchmal nicht. Es geht nicht darum irgendwen zu bekehren, wozu auch? Jede/r soll und darf glauben, was er/sie will.

„Der Teufel stand schon immer für das böse und ich kann an mir nichts böses entdecken. Mag sein, dass ihr das mit dem Satan anders seht, aber er stand bestimmt nicht für Sex, Metal und Spass...“

Satan stand schon immer für die Bedürfnisse und die Natur der Menschen. Dies wurde von den Religionen übernommen und verteufelt oder einfach als Sünde bezeichnet. Dabei ist es nur unsere Natur. Das hat nichts mit gut und böse zu tun. "Gut und Böse" ist ohnehin eine Frage der Definition. Das lässt sich nicht verallgemeinern, da die meisten Menschen was anderes darunter verstehen.

„Wenn die Satanisten doch nicht an Satan glauben und der Satanismus auch keine Gegenreligion ist, wozu braucht man dann Parodien auf die christlich Messen?“

Nun, es gibt eigentlich nur eine solche Messe und das ist die sogenannte „Schwarze Messe“. Sie dient zur Verspottung des christlichen Gottesdienstes. Wobei nicht jeder Satanist an schwarzen Messen Teil nimmt. Diese Messe dient eigentlich dazu die Verachtung, die man gegen Religionen hegt mal rauszulassen. Dabei kommt aber niemand zu Schaden! Und für manche, ist es vielleicht auch einfach eine Art Tradition, etwas, das vom alten Satanismus her übernommen wurde. Weitere Satanische Rituale haben nichts, aber auch gar nichts mit dem Christentum oder anderen Religionen zu tun.

„Wozu Magierituale, wenn man seine Probleme auch selbst lösen kann?"

Magierituale haben nichts mit Satanismus zu tun. Weiter dienen Magierituale nicht nur der Problemlösung, im Gegenteil. Zudem praktizieren nicht alle Satanisten Magie. Und abgesehen davon wurde Magie schon zu Urzeiten von den Menschen praktiziert. Es gibt auch Christen, die Magie ausüben.

„Was ist denn nun der Sinn des Satanismus?“

Wenn man nach dem Sinn des Satanismus sucht, dann muss man auch nach dem Sinn des Atheismus, des Christentums, des Islams, des Buddhismus etc. suchen. Gibt es da überhaupt einen Sinn? Darauf gibt es keine wirkliche Antwort. Das muss jeder Mensch mit sich selbst ausmachen. Auch bei Satanisten ist der Sinn des Satanismus individuell verschieden. Vielleicht besteht der Sinn nur darin, dem einen Namen zu geben, was einem beeinflusst und auf seinem Wegen begleitet.

„Satanisten haben eine christliche Weltanschauung, sonst würden sie sich nicht Satanisten nennen.“

Nein, Satanisten haben unter Garantie keine christliche Weltanschauung. Wir haben unsere eigene, individuelle, wenn man so will, satanische Weltanschauung. Zudem könnte man nur dann sagen, dass Satanisten eine christliche Weltanschauung haben, wenn Satan von den Christen erschaffen wurde. Das ist aber nicht der Fall. Von dem Gehörnten sprach man schon lange vor der Entstehung des Christentums.


Moderner Satanismus bedeutet:

- Ästhetik
- Atheismus
- Auflehnung
- Befriedigung (intellektuell, körperlich etc.)
- Egoismus
- Elitarismus statt Egalitarismus
- Hedonismus
- Humanismus
- Humor
- Individualismus
- Körperkult (statt Körperfeindlichkeit und Naturentfremdung)
- Magie und Meditation statt Gebet (Bezogen auf den rituellen Satanismus)
- Materialismus
- Relativismus
- Selbstentfaltung
- Unverblümte Wahrheit statt relig. Heuchelei und Dogmen
- Wissenschaft (insbes. Darwinismus, Psychologie, Neurowiss.)
- Zweifel

 

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